Reisebericht
Hedonism II im Juli 2007
Strand
Das Hedonism befindet sich am nördlichen Ende der berühmtes Long Bay bei Negril. Zwei Strandteile, der prude beach und der nude beach werden
vom Bootsanleger und vom Wassersportzentrum getrennt.
Speziell am nude beach - am prüden Strandabschnitt waren wir nie - ist der Untergrund im
ufernahen Bereich teils sandig und teils steinig. Teile waren auch mit Seegras bewachsen. Seeigel gab es an einigen Stellen. Das größte
Exemplar, das wir gesichtet hatten, schmückte sich mit etwa 8 cm langen Stacheln - also Vorsicht ! Badeschuhe sind hier durchaus zu empfehlen.
Ansonsten gab es schon im brusttiefen Wasser verschiedenste bunte Fische, Seesterne und sogar einen Rochen zu entdecken.
Strandleben
Am nude beach herrscht gewöhnlich mehr Andrang, zumindest dann, wenn das Resort von
Lifestylegruppen gebucht wurde. In der ersten Woche unseres Aufenthaltes war das der Fall. Dann gab es auch schon ab und zu nachmittags Action am Strand.
Die schwimmende Plattform wurde dann schon mal zur Spielwiese umfunktioniert und auch auf den Strandliegen gefummelt, geblasen und gepoppt.
Da wir jedoch Cap d'Agde kennen und wir uns das dortige Treiben ohne die vielen lästigen Spanner vorstellen können, waren wir etwas enttäuscht.
Die meisten Paare spielen "Rühr mich bloß nicht an!" und verzogen sich auf ihre Zimmer zum Poppen oder trieben es höchstens mal versteckt im Pool
miteinander.
Besonders schön war es, in den sehr lauen Nächten um die Mitternachtszeit unter einem grandiosen Sternenhimmel im 27 Grad warmen Meer
zu baden. Dann ging es auch schon mal etwas heißer her auf der Plattform im Meer, am Ufer in der Meeresbrandung oder auf einer der
zahlreichen Luftmatratzen am Strand.
Pools
Neben dem Haupt-Pool direkt am Restaurantkomplex gibt es verschiedene kleinere Pool im zentralen Bereich der Anlage und den Pool im FKK-Bereich.
Die dortige Pool-Bar war fast rund um die Uhr geöffnet und dementsprechend ging es dort zu. Doch nicht etwas die sagenumwobenen Sexorgien gab es dort,
sondern eher Saufgelage und Quatschmeetings. Im und am Pool wurde getrunken, geraucht und auch gegessen - in Hotels, die wir bisher kennen, undenkbar.
Dementsprechen war dann auch mitunter die Wasserqualität im großen Pool. Zwei kleinere Becken grenzen direkt an den großen Pool,
dort war das Wasser sauberer.
Der große Wirlpool - Kapazität etwa 30 Leute - war oft beträchtlich zu heiß. Zumindest wurde dieser auch schon mal am Tage für ein
Nümmerchen im Wasser 'missbraucht'. In der Nacht war dann etwas mehr los, aber von ausufernden Gruppensexorgien war auch dann keine Spur.
Alkoholfreie Getränke gab es an zwei Getränkeautomaten und die Poolbar hielt alkoholische Getränke in Hülle und Fülle bereit.
Mittags wurde der Strandimbiss geöffnet, allerdings gab es vorwiegend Fritten und Burger. Erst gegen 17 Uhr ließ sich der Koch etwas
Landestypisches einfallen - Jerk chicken.
Gäste
Die Gäste im Hedonism II kommen zu über 95% aus Nordamerika. Alle Altersgruppen ab 18 Jahre sind vertreten. Die Mehrzahl ist IR, Intimschmuck
eher wenig. An Strand, Pool und beim Abendessen kann man eine Leistungsschau der amerikanischen Schönheitschirurgie erleben. Sehr viele
Amerikanerinnen haben ein inniges Verhältnis zu Silikon, mitunter sehr gut gemacht, aber auf oft leicht mißraten. Als Beispiel mag ein
magersüchtiges Mädel mit angesetzten und auch bei Bewegungen fast starren kompottschüsselgroßen silikongefüllten Gebilden gelten.
Der Anteil an Stammgästen ist im Hedonism-Resort sehr groß. Für die Amerikaner stellt ein Trip nach Jamaika wegen der erträglichen
Entfernung von etwa 3 Flugstunden kein großes Problem dar. Manche reisen für ein verlängertes Party-Wochenende an.
Nachdem früher die Bäume am Strand für schmückende Erinnerungsinschriften mißbraucht wurden, lenkte man die immer
größer werdende Verewigungswut nun in geordnete Bahnen. Ein palmenbestandener 'Ehrenhain' wurde geschaffen.
Ein Hotelangestellter ist nun fast ganztags damit beschäftigt, die Inschriften der Gäste in eigens dafür aufgestellten Baumstämme
zu schnitzen.
Wer es nun eher mit der 'Feuerstein'-Variante hält, kann sich selbst einen Gedenkstein bemalen oder das Ganze einem Hotelangestallten gegen
einen kleinen Obulus überlassen. Auf dem gesamten Gelände sind mehrere hundert dieser 'Ich war hier'-Steine zu finden.
Independence Day
Am 4. Juli, dem amerikanischen Unabhängig-keitstag, lagen wir ahnungslos am FKK-Strand. Plötzlich laute Marschmusik - eine jamaikanische
Kapelle in hübschen blauen Uniformen marschierte trommelnd und trompetend am FKK-Strand ein, gefolgt von einem dutzend Nackten.
Die Musiktruppe baute sich an der FKK-Pool-Bar auf und bot eine erfrischende Show.
Und nun stelle man sich vor, die amerikanische Nationalhymne wird zur Feier des Tages angestimmt, ein paar Dutzend nackte Amerikaner stehen
stramm, rechte Hand am Herzen und singen inbrünstig ihre Hymne mit - irgendwie skuril für das ansonsten eher prüde Amerika.
